Eichenprozessionsspinner (kurz EPS)

Was macht ihn so gefährlich?

Die Verpuppung des Eichenprozessionsspinners erfolgt Ende Juni/Anfang Juli und findet in dicht aneinandergedrängten Kokons in einem Gespinstnest statt. Die Nester können mehrere Jahre als feste Gebilde erhalten bleiben.

Da sie sich aus Spinnfäden, Häutungsresten, Raupenkot, und Puppenhülsen zusammensetzen, bleibt eine Gefahr für die Gesundheit des Menschen weiter bestehen.

 

Eine besondere gesundheitliche Gefährdung geht hierbei von den Brennhaaren der älteren Raupen aus:

 

Die Haare sind mit ihren 2 bis 3 mm Länge kaum erkennbar. Sie sind mit Widerhaken versehen, brechen sehr leicht und können bei günstiger Witterung und Luftströmung über weite Strecken getragen werden.

Darüber hinaus enthalten sie das Nesselgift Thaumetopoein. Durch dieses entwickelt sich unmittelbar nach einem Hautkontakt mit den Brennhaaren des EPS ein sehr unangenehmer Juckreiz, dem bald darauf ein Ausschlag (Raupendermatitis) folgt. Neben einer Hautentzündung können auch Quaddeln und anhaltende Knötchen auftreten.

 

Der Kontakt mit den Augen führt häufig zu Augenreizungen, während das Einatmen der Brennhaare zur Reizung der oberen Atemwege führen kann. Durch eine entsprechende Vorbelastung ist auch das Auftreten von Atemnot möglich.

Bei betroffenen Personen steigen Empfindlichkeit und Reaktionsintensität mit der Anzahl der Einzelkontakte von Eichenprozessionsspinner-Brennhaaren stetig an.

 

Andere Allgemeinsymptome (wie Schwindel, Benommenheit oder Fieber) sind nicht auszuschließen. Überempfindliche Personen neigen in Einzelfällen auch zu allergischen Schockreaktionen.


Wie wird er beseitigt?

Die Beseitigung der ESP erfolgt durch uns mechanisch mit einem Spezialsauger. Mit dessen Hilfe werden die Raupen und Nester rückstandslos abgesaugt und im Anschluss beseitigt. Dies ist vor allem für den befallenen Baum die schonendste Methode.

 

Durch den Einsatz einer Hubarbeitsbühne, sind auch hochgelegene und schwer erreichbare Nester für uns kein Problem.

 

 


Risikogruppen

  • Erholungssuchende im Wald und an Waldrändern
  • Besucher von Freizeitanlagen (z. B. Sportplatz, Schwimmbad, Kinderspielplatz, Campinganlagen, Parkplätze)
  • Direkte Anwohner betroffener Waldgebiete
  • Besitzer von Eichen in Gartenanlagen
  • Spielende Kinder durch unmittelbare Berührung mit den Raupen und ihren Nestern
  • Waldarbeiter und Selbstwerber in befallenen Waldgebieten
  • Brennholzabnehmer
  • Arbeitskräfte von Landschaftspflegebetrieben und Straßenmeistereien
  • Gefahr von Magenschleimhautentzündung bei Tieren über Aufnahme der Brennhaare mit der Nahrung

Vorsichtsmaßnahmen

  • Grundsätzlich die Befalls-Areale meiden
  • Raupen und Gespinste nicht berühren
  • Sofortiger Kleiderwechsel und Duschbad mit Haarreinigung nach Kontakt mit Raupenhaaren
  • Empfindliche Hautbereiche (z. B. Nacken, Hals, Unterarme) schützen, bei Bekämpfungsmaßnahmen Chemievollschutzanzug und Atemschutz tragen
  • Auf Holzernte- oder Pflegemaßnahmen verzichten, solange Raupennester des Eichenprozessionsspinners erkennbar sind
  • Bekämpfung wegen gesundheitlicher Belastung und spezieller Arbeitstechnik nur von Fachleuten durchführen lassen